Was Kontron mit OpenStack am Hut hat

Was Kontron mit OpenStack am Hut hat


Eins der ersten Unternehmen, das der OpenStack-Orientierung auf World wide web of Matters und Edge Computing folgt, ist: Kontron. Manchmal gelangt proprietäre Firmengeschichte auf kaum gedachte Wege, wenn sie auf aktuelle Marktentwicklungen trifft.

Deutsche Besucher könnte es etwas überrascht haben, auf den diesjährigen OpenStack Summit in Vancouver und Berlin einen beachtlich großen Stand von Kontron vorzufinden. Denn die Augsburger Firma ist bekannt als Hersteller von Embedded Systemen – und als proprietär. Die Standgestaltung zeigte, um was es bei dem Sinneswandel geht: World wide web of Matters und Edge Computing.

Eine Neuorientierung in Grenzen

Und damit sind auch schon die Grenzen der Orientierung von Kontron auf offene Systeme umrissen. Die Firma nimmt keinen generellen Kurswechsel vor. Beim OpenStack-Engagement geht es vielmehr um die Positionierung einer besonderen Unternehmenstochter in einem besonderen Kundensegment.

Der Ausreißer ist die Kontron Canada Inc. (KCI). „Kontron Canada war immer anders als die deutsche Muttergesellschaft“, erklärt Peter Matz, der für das globale Advertising verantwortlich Supervisor in Kontrons Communications Business Unit. „Wir sind stark auf die Herstellung von Gear für Telekommunikationsanbieter spezialisiert.“ Die deutsche Kontron und ihre zwei dutzend weltweiten Tochterunternehmen sind ansonsten Embedded-Lieferanten für Produktionsanlagen, Militär, Luftfahrt, Medizintechnik and so forth.

CIOBRIEFING 12/2018

Der andere Weg von Kontron Canada

In Kanada aber ist schon das Firmengerüst etwas anders als anderswo. Bei der Augsburger Kontron AG ist ab 2016 die Linzer S&T AG eingestiegen, die im Sommer 2017 endgültig die Mehrheit bei den Augsburgern übernommen hat. Vorstandsvorsitzender bei Kontron und der S&T ist Hannes Niederhauser, der Kontron zunehmend zu einem Anbieter für das World wide web of Matters und Edge Computing umbaut.

In das Konzept passte es durchaus, dass im Januar 2016 das chinesische Unternehmen Ennoconn Corp, ein Hersteller von Motherboards und Komplettsystemen für POS, Bankautomaten, Kiosk-Lösungen und Industrieanwendungen forty nine Prozent von Kontron Canada übernahm. Im Herbst des gleichen Jahres stieg Foxconn zuerst bei der S&T und dann bei Ennoconn ein. Die kanadische Tochter hat also eine Sonderrolle im Kontron-Konzern, der sich von den Beteiligungen ein besseres Standbein in fernöstlichen Märkten erhofft.

Im Sog der Telco-Kunden

Diese Sonderrolle hat Kontron Canada auch in der technischen Ausrichtung. Hier nämlich stehen nicht nur so genannte Funktionsserver für spezielle Anwendungen der Telcos im Vordergrund. Vielmehr nutzt der Hersteller dabei Conventional-Hardware, insbesondere auf Basis der Intel-Prozessorfamilien. Zum Einsatz kommen sie, so Kontron-Supervisor Matz, „zwischen den Rechenzentren und den Servicepoints“, bei den Telcos also zum Beispiel in den Schaltstationen an den Sende- und Empfangsmasten für den Mobilfunk. Die wichtigsten Wettbewerber sind Nokia und Ericsson, vor allem aber eine Firma, sagt Matz: „Jeder ist ein Wettbewerber von Huawei, jeder verteidigt seinen Markt gegen Huawei.“

Die von Kontron Canada adressierten Telcos haben sich wiederum stark in der OpenStack Basis engagiert. Deren Open up-Source-Plattform erleichtert ihnen den Aufbau eigener Clouds, und hier haben sie besonders eine Entwicklung vorangetrieben: Network Perform Virtualization. Diese NFV-Vorgabe hat auch Kontron Canada mitgezogen. Kontron ist Firmenmitglied der OpenStack Basis – und seit Ende 2017 auch in der Linux Basis, wo es sich in den Projekten OPNFV, Open up Network Automation System (ONAP), OpenSwitch und Open up Daylight beteiligt.

Erste und künftige Produkte

Diese Orientierung von Kontron Canada hat nicht nur inzwischen „gute Beziehungen zu Pink Hat, Suse und Canonical“, so Matz, zu Folge gehabt, sondern sich bisher auch vor allem in einer Produktreihe niedergeschlagen, nämlich der „SymKloud“ Serie „MS 29xx“. Dies sind allesamt Plattformen, die den Bedarf der Telcos an hohem Datendurchsatz decken sollen. Nicht von ungefähr gibt es ein Modell mit dem Namenszusatz „Media“, womit der Bereich angesprochen ist, in dem sich Telcos mit ihren Angeboten an Privatanwender ein großes Geschäft versprechen.

Doch die Orientierung auf Telcos wird nicht die einzige Flanke sein, an der Kontron sich Erfolge verspricht. „Wir legen ein immer stärkeres Gewicht auf Softwareentwicklung“, erklärt Kontron-Supervisor Matz. Das war ein wesentlicher Grund des Kaufs von Inocybe, einem Spezialisten für SDN und NFV.

„Bisher kommt die Nachfrage in Sachen IoT und Edge von den Telcos“, erläutert Matz die aktuelle Situation. Der Kontron-Supervisor denkt aber darüber hinaus: „Es werden noch mehr Telco-ähnliche Netzwerke entstehen, bei den Banken, im Handel und in der öffentlichen Infrastruktur. Das Zukunftsthema sind Clever Towns.“



Datacenter Servicing

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